Aus- / Weiterbildungen
Warum brauchen Jäger eine Ausbildung?
Jagd ist heute viel mehr als nur das Erlegen von Wild zur Beschaffung von Nahrung oder eine Passion. Jagen heißt, Verantwortung zu übernehmen für die heimische Flora und Fauna. Jagen ist auch verbunden mit einer hohen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und den Verbrauchern. Jagd ist auch ein wichtiges Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Ökosystemen. Der Jäger reguliert nicht nur den Wildbestand, sondern schafft und sichert auch den Lebensraum für bedrohte Arten durch geeignete Hegemaßnahmen. Durch die Hege mit der Büchse sorgt der Jäger dafür, dass einzelne Arten nicht unnatürlich überhandnehmen. Dazu muss er über die Zusammenhänge in der Natur umfassende Kenntnisse erwerben sowie die einheimischen Pflanzen und Tiere im Detail kennen. Der Jäger ist darüber hinaus Lieferant von hochwertigen Lebensmitteln. Das heißt, er muss die einschlägigen Hygienestandards beherrschen, um den sicheren Genuss von Wildbret zu garantieren. Die Diskussion um sogenanntes „Gammelfleisch“ ruft uns in Erinnerung, wie wichtig dieser Aspekt in der heutigen Zeit ist. Jäger sein, das heißt Verantwortung in vielfältiger Hinsicht zu übernehmen, und das gelingt nur mit fundiertem Fachwissen.
Der Weg zum Jagdschein
Der Gesetzgeber hat klare gesetzliche Regelungen für den Erwerb vorgeschrieben. Für den Jugendjagdschein muss der Bewerber bei Prüfungsbeginn mindestens 15 Jahre alt sein, für den normalen Jagdschein muss er das 18. Lebensjahr vollendet haben. Der Prüfling darf mit dem Gesetz noch nicht negativ in Berührung gekommen sein ( Führungszeugnis ohne negativen Eintrag ) und muss Deutscher im Sinne des Grundgesetzes sein. Voraussetzung ist der Besuch an einem Ausbildungskurs mit mindestens 120 Stunden Ausbildungszeit, wobei der praktische Teil mindestens 60 Stundendauern muss. Die theoretische Ausbildung gliedert sich in die folgenden Sachgebiete:
- Waffenrecht, Waffentechnik, Jagdwaffenkunde
- Haar- und Federwild, Wildbiologie
- Jagdrecht, Tierschutzrecht, Naturschutz- und Landschaftspflegerecht
- Jagdbetrieb und jagdliche Praxis
- Jagdhunde: deren Haltung, Pflege und Führung
- Wildhege und Naturschutz, Land- und Waldbau, Wildschadensverhütung
Die praktische Ausbildung:
Die Jagdschüler sollen den Ablauf des Jagdjahres nicht nur aus der Theorie kennen lernen, sondern alle Jahreszeiten auch im Jagdrevier erleben können. Dadurch wird das Erlernte gefestigt und zur soliden Grundlage einer waidgerechten Jagdausübung.
Die praktische Ausbildung beinhaltet daher alle in einem Revier anfallenden Tätigkeiten wie Hegemaßnahmen ( Anlage und Verbesserungen von Biotopen auch für die nicht dem Jagdrecht unterliegenden Tiere), Fütterungen in der Notzeit, Bau von Reviereinrichtungen, Jagdschutz, Versorgung von erlegtem Wild und vieles mehr.
Buchtipps:
- Helmut Krebs: „Vor und nach der Jägerprüfung“ BLV-Verlagsgesellschaft, München, ISBN 3-405-16372-2
- Fritz Nüßlein: „Das praktische Handbuch der Jagdkunde“ BLV-Verlagsgesellschaft, München, ISBN 3-8354-0020-7
- Odward Geisel: „Wildkrankheiten erkennen und beurteilen“ 2. aktualisierte Auflage BLV-Verlagsgesellschaft, München, ISBN 10-3-8354-01114-9 und ISBN 13-978-3-8354-01114-3 „Sicher durch die Jägerprüfung“ Arbeitsblätter, Lernkarten und weiteres Material zu verschiedenen Themen Heintges Lehr- und Lernsystem, Leopoldstraße 4, 95615 Marktredwitz
Fortbildungen
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